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Aussagen von Patientinnen im Rahmen einer Patientenzufriedenheitsstudie

Um die psychosoziale Problematik im Rahmen der Patientenversorgung aufzuzeigen, werden im Folgenden einige Befragten zitiert. Dabei soll kein primär negativer Eindruck erweckt werden, ebenso werden die Zitate nicht kommentiert - sie sprechen für sich -, sondern es wird darauf abgehoben, dass Befragte mit eigenen Worte ihre Wünsche und Erlebnisse schildern. (Die Daten können beim Autor eingesehen werden)

“Der Schock über die Diagnose ‘Krebs’ war so groß , daß ich schnellst-möglich davon befreit werden wollte und glaubte, je eher, je besser. Ich habe mir keine Zeit für weitere Informationen gelassen, bin sofort dem Rat des Arztes gefolgt. Jetzt, 5 Jahre nach der Erkrankung meine ich, daß es für mich gut gelaufen ist, wobei entscheidend war, daß ich “Glück” hatte und mein Krebs nicht so aggressiv und noch nicht so weit fortgeschritten war. Eine große Hilfe ist die Selbsthilfegruppe, auf die ich erst in der Kur gestoßen bin.

“Bei der Op am 16.8.94 erlitt ich eine Plexus-Lähmung im linken Arm, außer einer Untersuchung im .......krankenhaus (Neurologie) geschah nichts, um mir zu helfen. Hilfe beim Waschen, Anziehen und Essen erhielt ich durch eine Mitpatientin. Nach der Entlassung aus der Klinik war ich völlig auf mich allein gestellt und konnte durch Hilfe von Nachbarn und Freunden versuchen, die Probleme zu bewältigen. Auch die Krankenkasse lehnte es ab, mir eine Haushaltshilfe zu stellen.Ich wandte mich an die Gutachter Kommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer ........ . Diese stellte in einem Gutachten fest, daß ein vorwerfbarer Behandlungsfehler vorlag. Mit Hilfe eines guten Anwalts erhielt ich Schmerzensgeld und eine Erstattung meiner Auslagen für Hilfen etc.Durch gezielte Krankengymnastik und Medikamente wurde der Arm soweit wieder gesund, daß ich ihn nach einem halben Jahr wieder bewegen konnte, allerdings ist die volle Leistungskraft nicht wieder vorhanden.”

“Ich habe mir selbst mit Hilfe meines Mannes Unterlagen (.....) besorgt. Daraufhin habe ich mich über meine Krankenkasse der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs angeschlossen. Durch diese Gruppe habe ich sehr viele Informationen über Reha- und Nachsorgemöglichkeiten erhalten. Möglichkeiten zu Arztvorträgen über immun, biologische Krebsabwehr usw. bekommen. Bei diesen Vorträgen wird immer wieder von kompetenten Onkologen auf die Wichtigkeit der immunobiologischen Nachsorge hingewiesen. Die Schwierigkeit dieser Nachsorge besteht hauptsächlich darin, dass Haus- und Fachärzte in ihren Praxen keine onkologische Zulassung bekommen. Diese Ärzte somit keine Möglichkeit haben die Nachsorge ihrer Krebspatienten in Bezug auf naturheilkundliche, biologische und immunologische Behandlung abzurechnen. .. Somit bleiben diese neuen wichtigen Behandlungsmethoden oft nur gut informierten Privatpatienten vorbehalten. Zusätzlich wäre wünschenswert, daß Haus- und Fachärzte die Krebspatienten in der Nachsorge betreuen, sich fachlich mit den neuen Behandlungsmethoden befassen und weiterbilden.” (Fall 125)

“Trotz 6 Jahre eitrigem und pechschwarzem Ausfluß aus der linken Brust (wurde auch nie untersucht obwohl ich öfter darauf hingewiesen habe) wurde als die Brustwarze sich einzog, das ganze als Schatten abgetan. Es hat viel Kampf gegeben bis ich ernst genommen wurde. Bei der OP der linken Brust wurden 6 bösartige Knoten gefunden. Nicht allein die Diagnose Krebs war schlimm, viel schlimmer war der Kampf um mein Leben. Ich habe soviel erlebt von Seiten der Ärzte, ich werde immer noch fertig wenn ich nur daran denke das das, was mir passiert ist auch vielen anderen geschehen ist und noch geschieht. Heute nehmen mich die Ärzte ernst, auch ein Arzt von früher. Ich war in der Krankenpflege, was mir wohl das Leben gerettet hat.” (Fall Metastasen)

Von 9.00-17.00 wartete ich auf den behandelnden und OP durchführenden Arzt. In dieser Zeit wurden beide Brüste 3x geröngt (gequetscht - nach vorheriger Op-1Woche), dann folgten Blutentnahme - Urin -, der Rest der Zeit hieß zermürbendes Warten in Unklarheit - Angst - und einer nicht enden wollenden Zeit. Diese Zeit war ausgefüllt mit Ungewißheit, in einem Krankenzimmer mit anderen Patienten, wo es nicht mal möglich war nach diesem Schock in Ruhe zu weinen. (vor Besucher, Kindern)”

Der Stationsarzt rief mich 1 Woche nach der ersten Op an, der Befund war positiv, ich sollte am nächsten Tag ins Krankenhaus kommen zur 2.OP . Er wollte mir das persönlich mitteilen, damit ich für die Aufnahme-Untersuchungen noch Vorbereitungen treffen kann (Ehemann mitbringen etc.) und nicht beim ambulanten Verbandswechsel von der Diagnose überrollt würde. Er wollte nicht, daß ich am nächsten Tag psychisch unvorbereitet bin. Er erkundigte sich ob ich alleine zu Hause sei, Unterstützung nach der Diagnose hätte und bot mir seine Telefonnummer an, falls ich in der Nacht noch Fragen hätte und Hilfe bräuchte. Der Arzt war selbst bestürzt über den unerwarteten Befund, doch gerade das machte seine mitfühlende Haltung so menschlich. Ich wurde am nächsten Tag operiert und wußte mich in guten Händen, da hier nicht jemand fachkompetent steht, sondern auch als Mensch operiert.”

Die ganze Aufklärung muß ja auch nicht nur beim Arzt liegen. Schön wäre es, wenn bei diesem Schock eine neutrale Person (das muß kein Arzt sein) dem Patienten zur Seite steht, so wären auch die Ärzte entlastet, denn Fragen und Info zur sozialen und psychischen Unterstützung, sprengen den Rahmen einer ärztlichen Hilfe im Krankenhaus. Und es ist ja auch gerade diese Hilflosigkeit der Ärzte, die sie zum Patienten so unnahbar macht. Patient und Arzt stehen im Klinikalltag allein.”

”Im Krankenhaus fand zur Therapiefestlegung - Besprechung der Chemo - ein Gespräch mit dem Chefarzt statt (mit diesem hatte ich als Kassenpatientin bis dato nichts zu tun). Er appellierte an meine Vernunft mich einer Chemo zu unterziehen mit dem Hinweis nicht zu lange zu überlegen. Nur wenn ich nachfragte wurde mir etwas erklärt. Die Nebenwirkungen zerknirscht heruntergespielt, “das haben andere auch überstanden.” Die Hilflosigkeit eines Arztes war derart spürbar. Ihm war das ganze Gespräch unangenehm. Im Grunde ist es ja auch diese Verzweiflung der Ärzte, zu wissen, sie können nur hoffen zu helfen, in dem sie den Körper des Patienten an den Rand der Zerstörung bringen; und nicht sicher zu sein, das Richtige zu tun.....”

”Bei meiner 3. Chemo stellte ich fest, als ich mir den Inhalt notieren wollte, das die Dosis von 96mg auf 200mg erhöht worden ist .Ich frug eine Schwester, ob da ein Irrtum vorliegen könnte, ich hatte weder Gewicht zugenommen noch wurde ich über derartiges informiert. Sie sagte, das hätte sicher schon seine Richtigkeit und wollte die Infusion laufen lassen. Ich drehte das Rad zu und wollte einen Arzt sprechen. Dieser kam nach einiger Zeit und wollte es mir mit der höheren Flüssigkeitsmenge erklären. Auf meinen Einwand, daß 200mg auch in 2l 200mg bleiben und nicht 96mg wie vorher, holte er den Oberarzt. Dieser kam verlegen herein und meinte, er hätte gedacht, ich würde das nicht merken. Weil ich die ersten Chemos so gut vertragen hatte wollte er die höchste Dosis für meine Gewichtsklasse nehmen , um einfach jedes Risiko überlebender Tumorzellen auszuschalten. Er wollte einfach sehen wie ich die höhere Dosis vertrage, hätte ich die ersten nicht so gut vertragen, wäre diese auch nicht erhöht worden. Ich sagte ich sei doch kein Versuchskaninchen. Er entschuldigte sich und die ganze Sache war ihm sehr peinlich, weil es für ihn auch ungewohnt sei, daß ein Patient sich für die Dosis interessiert und überhaupt sei es ungewohnt, daß ein Patient so informiert werden will. Ich erklärte ihm, daß er mir das vorher hätte sagen können, so bekam ich nur einen Schreck und dachte, da hat sich jemand verrechnet oder ich bekomme die falsche Infusion angehängt.Diese Chemo hat mich total umgehauen, ich verbrachte 3 Tage in einem Zustand der nicht Leben und nicht Sterben ist.”

An Patienten: Schreiben Sie mir, welche Erfahrungen Sie gemacht haben!

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