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Privates Beratungs- institut für Qualitäts- management und Sozialforschung

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Bildungsbericht

Kontakt:

Dr.Kutz@t-online.de

  • Im Jahre 2005 wurde ein Bildungsbericht Baden-Württemberg konzipiert, der Innovationen und besonders die Qualität des Bildungswesens transparent machen sollte. Diese Konzeption wurde Mitte 2006 zugunsten einer reinen Deskription von Schulen und Schülerverteilungen fallengelassen.
  • Der dann verfolgte Ansatz vermittelt eine Quasi-Neutralität und -wertfreiheit, die bislang noch in keinem Bildungsbericht realisiert werden konnte. So genannte Neutralität und Entzug der Bewertung von Daten sind auch keine qualitätsorientierten Aspekte, sie können als unerfüllbare Forderungen Validität beanspruchen. Allein die Auswahl von Daten beinhaltet bereits eine Wertung. Es ist eben nicht so, dass die Interpretation von Daten den Entscheidungsträgern oder anderen Personen überlassen werden darf, sondern gerade diejenigen, die Daten selektieren und auswerten sind fachlich ausgewiesen, auch adäquate Interpretationen anzubieten. Ob diese von den Entscheidungsträgern aufgegriffen und als Diskussionsbasis genutzt oder ganz verworfen werden, ist eine Frage der fachlichen Kompetenzen der Professionen. Fakt ist, dass Daten interpretiert werden müssen – auch im Hinblick auf Einschränkungen oder Vermutungen. Gerade den Entscheidungsträgern müssen Interpretationen und Entwicklungsperspektiven explizit angeboten werden, insbesondere dann, wenn sie im Kontext zu Bildungsinhalten diskutiert werden. Bildungsberichterstattung verfehlt ihr Ziel, wenn sie nur als Deskription von Bildungsdaten oder als Werbebroschüre für Bildungspolitiker verstanden wird. Vielmehr ist sie verpflichtet, Bildungsinhalte und besonders die Qualität der Bildung bzw. des Bildungssystems zu bewerten.(vgl, Schweizer Bildungsbericht 2007)
  • Vor diesem Hintergrund verfolgt der hier vorliegende ‘Alternative Bildungsbericht’ den Ansatz einer Qualitätsorientierung. Selbstverständlich ist diese nicht in allen Bildungsbereichen möglich, Daten liegen ebenfalls nicht für alle Kriterien vor, Qualitätsindikatoren des Bildungswesens sind auch nicht verfügbar, aber trotz einiger Mängel nicht nur im Hinblick auf die Datengrundlagen, sondern auch im Hinblick auf das Bildungswesen selbst, kann Bildungsberichterstattung sich nicht darin erschöpfen, alle Probleme oder Defizite zu verschweigen. Eine redliche und zumindest annähernd wissenschaftlich orientierte Bildungsberichterstattung zeigt sowohl positive Tendenzen als auch Entwicklungsperspektiven und schließlich kritische Aspekt auf. Transparenz des Bildungswesens wird nicht durch einseitige Selektion und Idealisierung von Daten und Aussagen hergestellt, sondern durch den Ansatz einer objektivierenden Darstellung und Interpretation. Ein in der Fortentwicklung befindliches Bildungswesen ist eben kein vollkommenes, sondern die Lernfähigkeit zeigt sich gerade an der Aufdeckung spezifischer noch nicht gelöster Herausforderungen und zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten bzw. –hindernisse. Offene demokratische Bildungspolitik verweist auf Erfolge, aber auch auf Reformbedarf und vermittelt somit der Öffentlichkeit ein realistisches und transparentes – veränderungsfähiges - Bildungswesen. Abwehrstrategien in Form von Rationalisierungen, Verleugnungen oder Idealisierungen verändern nicht die Qualität des Bildungswesens. Die Qualität der Bildung wird vielmehr durch objektive Datenpräsentation, fachliche Diskussionen und Innovationswille der Professionen in Politik, Schule und Unterricht für die gegenwärtige und zukünftige Generation gesichert.

Kutz, Rudolf: Qualitätsmanagement im Bildungswesen – Steuerung des Bildungswesens auf der Grundlage internationaler Studien - IGLU, PISA, DESI, TIMSS -, München 2008

Kutz, Rudolf: Alternativer Bildungsbericht, unveröffentlicht, Regensburg 2007

Kutz, Rudolf: Bildungsberichterstattung als Bestandteil eines externen Qualitätsmanagements auf Landesebene, in Wolfgang Böttcher, Wilfried Bos, Hans Döbert, Heinz Günter Holtappels (Hrsg.): Bildungsmonitoring  und Bildungscontrolling in nationaler und internationaler Perspektive, Münster 2008:83-101

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